Rat & Tat

Beratung

Schon bei der Anmeldung der Schulanfänger nimmt das aufnehmende Team beratende Aufgaben wahr. Sollten bei einem Kind logopädische Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten bemerkt werden, so wird empfohlen, möglichst zeitnah entsprechende Fachleute aufzusuchen, damit schon vor Schulbeginn eventuell notwendige therapeutische Maßnahmen erfolgen können. Im schulischen Alltag stehen grundsätzlich die KlassenlehrerInnen und die FachlehrerInnen den Eltern beratend zur Seite. Beim Übergang in die Sekundarstufe 1 finden ausführliche Beratungsgespräche statt, in denen die Klassenlehrerin – nach vorheriger Beratung mit den Fachlehrern – die geeignete zukünftige Schulform empfiehlt. Gibt es darüber hinaus Fragen zu besonderen Problemen, so steht auch die Sonderschullehrerin als Beratungslehrerin zur Verfügung. Dabei kann es sich z. B. um Auffälligkeiten in der Lern- und Leistungsentwicklung oder in der sozial-emotionalen Entwicklung handeln. Auch wenn es um eine eventuelle Hochbegabung oder den Verdacht auf AD(H)S geht, versucht sie gemeinsam mit den Eltern Wege zu finden. Mitunter kann es notwendig sein, außerschulische Institutionen wie z. B: den Schulpsychologischen Dienst, die Schulberatungsstelle oder ein sozialpädiatrisches Zentrum aufzusuchen. In diesem Fall können Adressen empfohlen werden oder auch gegebenenfalls Kontakte hergestellt werden. Die Adam-Riese-Schule kooperiert mit verschiedenen Einrichtungen – nach vorheriger Genehmigung durch die Eltern. Wenn ein Gespräch mit der Beratungslehrerin gewünscht wird, so kann ein Termin über das Sekretariat vereinbart werden.

Schulanmeldung

Die Anmeldung der Schulneulinge findet im Herbst des Vorjahres in der jeweiligen Schule statt. Einige Wochen vor den von der Stadt Meerbusch vorgegebenen Anmeldeterminen besucht die Schulleitung die einzelnen Kindertagesstätten. Rektor und Konrektorin führen gemeinsam durch einen Informationsabend, zu dem alle Eltern der künftigen Schulkinder (auch „Kann-Kinder“) eingeladen werden. An diesem Abend wird das Schulprogramm der Adam-Riese-Schule vorstellt und zum Thema „Schulfähigkeit“, „Schuleingangsphase“ und „vorzeitige Einschulung“ berichtet. Auch die Anmeldung und deren Ablauf werden erläutert. So erfahren die Eltern, dass sie für die Anmeldung an der Adam-Riese-Schule einen Termin benötigen.

Die Anmeldung selbst findet an vier Vormittagen statt. Pro Kind werden ca. 20 Minuten eingeplant. In dieser Zeit führt der Schulleiter bzw. die Konrektorin ein Gespräch mit den Eltern, während die Sozialpädagogin bzw. die Sonderpädagogin sich mit dem Kind beschäftigen. Die Kolleginnen arbeiten hierbei mit der „Start-Box“ (Schroedel-Verlag). Dabei handelt es sich um ein Instrument mit dem die Lernausgangslage und die Lernentwicklung von Kindern im Vorschulalter von der Anmeldung bis zur Einschulung diagnostiziert werden soll. (Genaueres zur Konzeption und Zielsetzung der „Start-Box“ siehe Schroedel-Verlag, Arbeitsheft zur Sprach-Box)

Mit Hilfe des bereits erwähnten Diagnostikbogens werden die Beobachtungen über jedes Kind festgehalten. Dabei geht es um die für einen Schulerfolg wichtigen Kriterien: Sozialverhalten, Sprache, Grobmotorik, Feinmotorik, auditive und visuelle Wahrnehmung sowie mathematische Kompetenz und das Arbeitsverhalten. Im anschließenden gemeinsamen Gespräch mit Eltern, Schulleiter und Sozialpädagogin werden die Beobachtungen kurz geschildert. Die Bildungsdokumentation der Kindergärten könnte, falls diese von den Eltern vorgelegt werden, mit in das Gespräch einbezogen werden. Bei Auffälligkeiten lädt der Schulleiter das Kind zu einem Schulspiel ein, welches im Januar stattfinden wird. Kinder mit Sprach- und Verständnisproblemen werden zudem noch einmal zur genauen Feststellung des Sprachstandes eingeladen. Mit diesen Kindern wird das Testverfahren „Fit in Deutsch“ durchgeführt und so ermittelt, welche Kinder an einem vorschulischen Sprachförderkurs teilnehmen müssen.

Schulspiel für angemeldete Kinder mit Auffälligkeiten in den genannten Kriterien

Kinder, die in den oben aufgeführten Kriterien Auffälligkeiten zeigten, nehmen gemeinsam mit anderen Kindern an einem kleinen „Schulvormittag“ (Schulspiel) teil. Hierbei werden jeweils 5 Kinder in einer Gruppe gemeinsam von der Sozial- und Sonderpädagogin betreut. Diese Situation ist für die Kinder sicher angenehmer, als die bei der Anmeldung. Sie sind hier gemeinsam mit Kindern und Kolleginnen, die sie bereits kennen, in einem schön gestalteten, kinderfreundlichen Raum und werden nicht mehr von den Eltern beobachtet. Die Übungssituationen werden für die Kinder spielerisch gestaltet und erinnern sie sicher an Situationen aus dem Kindergarten. Nach einer gemeinsamen Vorstellungsrunde, wird den Kindern eine Geschichte vorgelesen und darüber gesprochen. Zur Auflockerung wird ein Ballspiel durchgeführt und im Anschluss daran, werden Stabpuppen mit Bezug zur Vorlesegeschichte hergestellt. Dabei übernimmt eine Kollegin die Durchführung der Spielsituationen, während die andere die Beobachtungen festhält. Gegen 09:30 Uhr sind die Spiele meist durchgeführt und die Kinder können nach einem gemeinsamen Frühstück noch etwas malen und sich unterhalten. Dies bietet den Kolleginnen die Möglichkeit, die Kinder auch in dieser Situation zu beobachten und ihre Beobachtungen auszutauschen und sich bezüglich der Elterngespräche abzustimmen (Vollständige Darstellung und Erläuterung der einzelnen Beobachtungssituationen siehe Begleitheft der Start-Box).

Die Termine für das Schulspiel finden im Januar statt jeweils in der Zeit von 08:30 Uhr bis 10:00 Uhr. Die Eltern erhalten hierzu eine Einladung noch vor den Weihnachtsferien. Die Kinder nehmen ohne Eltern am Schulspiel teil. Im Anschluss an das Schulspiel, sprechen die Sozial- und Sonderpädagogin einzeln mit den Eltern. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kolleginnen jeweils mit denjenigen Eltern sprechen, die bzw. deren Kind sie von der Anmeldung her kennen. Die Eltern sollen in diesen Gesprächen ausführlich beraten werden. Sind den Kolleginnen Defizite in Teilbereichen aufgefallen, können diese besprochen werden. Ziel ist es nicht, Eltern darzustellen, was ihr Kind nicht kann, sondern mit ihnen zu besprechen, in welchen Bereichen die Stärken des Kindes liegen und worin noch Förderbedarf besteht, um dem Kind einen erfolgreichen Schulstart zu gewährleisten. Mögliche Förderhilfen können aufgezeigt und ggf. logopädische oder ergotherapeutische Überprüfung empfohlen werden. Durch ggf. weitere Gespräche mit den Kindertagesstätten können Fördermöglichkeiten in den Kitas erörtert und wichtige Fragen der Eltern geklärt werden.

Eltern und Kindern soll keinesfalls der Eindruck eines Prüfungstages vermittelt werden. Mit Hilfe des Schulspiels sollen die Entwicklungsniveaus der Kinder genauer ermittelt werden und mögliche Förderhilfen aufgezeigt werden. Die Beobachtungen des Schulspiels werden wieder im Beobachtungsbogen notiert und stehen dem Schulleiter und den künftigen Klassenlehrern zur Verfügung. Dies hilft bei einer sinnvollen heterogenen Zusammensetzung der einzelnen Klassen und dient den Klassenlehrern bei der Erstellung individueller Lern- und Fördervoraussetzungen bzw. –pläne. Des Weiteren bieten die Beobachtungen beim Schulspiel zu diesem frühen Zeitpunkt, die Möglichkeit rechtzeitig ein AOS-F zu eröffnen bzw. dieses gemeinsam mit der Schulärztin zu besprechen.

Vorzeitige Einschulungen

Kinder, die vorzeitig eingeschult werden sollen, durchlaufen in jedem Fall das Schulspiel, auch wenn sich bei der Anmeldung keine Auffälligkeiten zeigten. Das anschließende Gespräch mit den Eltern führt der Schulleiter gemeinsam mit der Kollegin, die das Kind beobachtet hat, durch und fällt die Entscheidung, unter Vorbehalt (falls der schulärztliche Bescheid noch offen ist), ob das Kind eingeschult werden kann.

Übergang

Informationen für Eltern zum Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule:
Ihr Kind besucht die 4. Klasse einer Grundschule. Als Eltern stellen Sie sich die Frage, wie es nach dieser Schulzeit für Ihr Kind weitergehen soll. Im Folgenden finden Sie einige Informationen zum oben genannten Thema.

1. Welche Schulformen gibt es ?

Es gibt diese Schulformen der Sekundarstufe 1:

  • Die Hauptschule (Klasse 5-10)
  • Die Gesamtschule (Klasse 5-10)
  • Die Realschule (Klasse 5-10)
  • Das Gymnasium (Klasse 5-9)

„Neben den öffentlichen Schulen gibt es auch Schulen in freier Trägerschaft (…). Die meisten von ihnen sind „Erzsatzschulen“, d.h. ihre Bildungs- und Erziehungsziele entsprechen im Wesentlichen denen der öffentlichen Schulen. Daneben gibt es noch Schulen in freier Trägerschaft, die einen besonderen pädagogischen Reformgedanken verwirklichen (…) (z.B. Waldorfschulen).“

2. Welchen Schulabschluss kann mein Kind erreichen?

In den verschiedenen Formen der Sekundarstufe 1 kann Ihr Kind diese Schulabschlüsse erreichen:

  • Hauptschulabschluss (nach Klasse 9): möglich an allen Schulformen
  • Hauptschulabschluss (nach Klasse 10): möglich an Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen.
  • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife): möglich an der Hauptschule, an der Realschule, an der Gesamtschule.
  • Mittlerer Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe: möglich an Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen.
  • Am Gymnasium berechtigt die Versetzung in Klasse 10 zum Besuch der „Qualifikationsphase“.

3. Wer entscheidet über die für mein Kind geeignete Schulform?

Sie als Eltern entscheiden schlussendlich über die geeignete Schulform für Ihr Kind. Im ersten Halbjahr der Klasse 4 werden Sie in einem Beratungsgespräch mit der Lehrkraft des Kindes über die von der Lehrkraft empfohlene Schulform informiert. Auf dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4 steht die Empfehlung der Grundschule (z.B. Gymnasium oder Gesamtschule; Realschule oder Gesamtschule; Hauptschule oder Gesamtschule). Wichtig ist, dass bei jeder Empfehlung die Gesamtschule als zweite Schulform automatisch genannt wird. Es kann vorkommen, dass Ihr Kind für eine weitere Schulform eingeschränkt geeignet ist. Dies ist auf dem Halbjahreszeugnis vermerkt (z.B. Hauptschule mit Einschränkung Realschule oder Gesamtschule; Realschule mit Einschränkung Gymnasium oder Gesamtschule). Mit diesem Zeugnis melden Sie Ihr Kind an der jeweiligen empfohlenen Schulform an. Die Anmeldetermine werden Ihnen bekannt gegeben. Wenn Ihr Kind für eine Schulform eingeschränkt geeignet ist, nehmen Sie an dieser Schulform an einem Beratungsgespräch teil.

Sind Sie mit einer Empfehlung nicht einverstanden, haben Sie folgende Möglichkeiten: Sie melden Ihr Kind an der Schule Ihrer Wahl an. In einem dreitägigen Prognoseunterricht entscheidet eine Kommission, bestehend aus LehrerInnen der weiterführenden Schule und Schulaufsichtsbeamtinnen oder –beamten, ob Ihr Kind für diese Schulform geeignet ist. Nach Abschluss des Prognoseunterrichts muss die Kommission einstimmig überzeugt sein, dass Ihr Kind für den Besuch an dieser Schulform nicht geeignet ist. Ist dies nicht der Fall, darf Ihr Kind diese Schulform besuchen.

4. Was lernt mein Kind an den unterschiedlichen Schulformen?

„Die Hauptschule vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung, die insbesondere auf eine Berufsausbildung vorbereitet. (…) Die Schülerinnen und Schüler der Realschule erwerben eine erweiterte allgemeine Bildung. Praktische Fähigkeiten werden ebenso gefördert wie das Interesse an theoretischen Zusammenhängen. Zum erweiterten Lernangebot der Realschule gehört eine zweite Fremdsprache ab der Klasse 6 (…). Die Gesamtschule ermöglicht in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe 1 führend. Die Gesamtschulen werden in der Regel als Ganztagsschulen geführt (…). Das Gymnasium vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium notwendig ist, aber auch für eine berufliche Ausbildung qualifiziert.“

5. Im Folgenden hat die Realschule Osterath Ihnen einen Beobachtungsbogen zur Verfügung gestellt:

Beobachtungsbogen für die Eltern zur Frage des Übergangs zur weiterführenden Schule

  1. Können Sie erkennen, zu welcher Schule Ihr Kind nach dem 4. Schuljahr von sich aus gehen möchte ?
  2. Zu welcher Schule möchten Sie Ihr Kind schicken ?
  3. Trauen Sie Ihrem Kind zu, dass es ohne nennenswerte Schwierigkeiten das Ziel, den Abschluss dieser Schule erreicht ?

Vielleicht beziehen Sie folgende Fragen mit in Ihre Überlegungen ein:

  • Weiß Ihr Kind immer, welche Hausaufgaben es zu erledigen hat ?
  • Beginnt es von sich aus- ohne Aufforderung- die Hausaufgaben zu erledigen ?
  • Arbeitet es auch dann weiter, wenn Schwierigkeiten auftreten ?
  • Sind die schriftlichen Aufgaben leserlich, sauber und übersichtlich gestaltet ?
  • Bewältigt das Kind die Hausaufgaben in einer dem Umfang und Schwierigkeiten nach angemessener Zeit ?
  • Kann Ihr Kind die Hausaufgaben erledigen, ohne dass Sie es zum Weiterarbeiten auffordern müssen (Pausen sind natürlich erlaubt) ?
  • Nimmt Ihr Kind auch die nicht schriftlichen Hausaufgaben ernst (z.B. Lesen, Auswendiglernen, Regeln einprägen, …) ?
  • Sorgt Ihr Kind von sich aus, dass es alles mitnimmt, was es am nächsten Tag braucht (z.B. Sportsachen, Bastelmaterial, ein neues Heft, …) ?
  • Fasst ihr Kind neue Sachverhalte schnell auf ?
  • Kann es verallgemeinern (z.B. Oberbegriffe finden, Regeln erkennen und anwenden, Zusammenhänge durchschauen) ?
  • Nutzt Ihr Kind Rechenvorteile ?
  • Kann Ihr Kind Sachaufgaben selbstständig lösen ?
  • Kann es Gelerntes über einen längeren Zeitraum behalten ?
  • Ist Ihr Kind in der Lage, Ihnen neue Sachverhalte verständlich und vollständig zu erklären ?
  • Erkennt Ihr Kind von sich aus Fehler oder Unstimmigkeiten ?
  • Möchte Ihr Kind von sich aus Neues lernen und wissen ?
  • Greift Ihr Kind von sich aus zu Büchern oder anderen Informationsquellen ?
  • Hat Ihr Kind eigene Ideen ?